Über die Schweinegrippe-TV-Spots habe ich ja schon geschrieben. Nun erreicht die Panik offiziell die Schulen und Lehrer. Diese werden mit „verbindlichen Richtlinien“ und „Merkblätter“ beworfen. Zusammengefasst sind diese eine Haufen Panik zusammen mit blindem Aktionismus. Ich möchte aber trotzdem die schönsten Perlen aus den insgesamt 5 PDF‘s herauspicken.
- Schüler und Lehrer, heisst es da, sollen doch zuhause bleiben, wenn sie Grippesymptome verspüren. Gültige Symptome wären:
38 Grad Fieber oder höher plus noch eines der folgenden Symptome:
- Schüttelfrost, Muskel-, Kopf- oder Gelenkschmerzen
- Halsschmerzen, Husten und Schnupfen
- ausgeprägtes Krankheits- und Schwächegefühl
- besonders bei Kleinkindern Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Ich frage mich, ob wir schon in einer solchen Leistungsgesellschaft leben, dass 38 Grad Fieber an sich, bei normaler Grippelage, nicht schon ein Grund ist, zuhause zu bleiben. Geschweige denn jetzt, wo doch alle die Pandemie herbeireden.
-
Desinfektionsmittel ist nicht nötig.
Was für ein Glück! Ich dachte schon, wir müssten jeden Schüler am Eingang dekontaminieren.
- Und auf dem Merkblatt „Wie wäscht man sich die Hände richtig?“ wird nebst der ausgeklügelten Händewasch-Technik auch erklärt, wann man sich die Hände waschen soll:
- {…}
- wenn man schmutzige Hände hat.
Aha…
- Übrigens:
Bei schwerer Erkrankung solltet ihr euch beim Arzt melden!
Aber nur während der Pandemie; sonst nicht. Denkt an die Gesundhitskosten!
Es ist mir klar, dass ich hier polemisiere und nicht allzu objektive kommentiere, aber zur Erinnerung: An der Schweinegrippe sterben momentan weniger Menschen als an anderen Grippen. Sie ist vorläufig ungefährlich.
Klar, sie könnte mutieren, aber was könnte sonst nicht alles geschehen. (Man denke an Atomkraftwerke, etc…) Logisch, Notfallpläne auszuarbeiten ist sinnvoll, aber ist es nicht viel zu früh, diese anzuwenden? Und wer mir jetzt noch mit dem Argument kommt, dass es der Wirtschaft schade, wenn ein Drittel der Schweiz ein paar Tage krank wird, dem kann ich nur sagen: „Na und? Lebe ich für die Wirtschaft?“ NEIN! Mit einer solchen Argumentation könnte man die 70-Stundenwoche einführen und alle Arbeitnehmeranliegen abschmettern. Wie Kim zu sagen pflegt: „Die Wirtschaft ist für die Menschen da, nicht wir für sie! So sollte es zumindest sein.“
Zudem kommt, dass sich dir Grippe doch sowieso ausbreitet, wenn sie mal in einer Schule angekommen ist. Da ist nichts zu machen und gerade bei den Kindern ist es doch nicht schlimm, wenn sie mal krank werden. Im Gegenteil; ganz nach dem Motto „Was einem nicht umbringt, macht stark“ ist es ein Faktum, dass man nicht “gesunder” ist, wenn man nie krank wird. Das Immunsystem braucht auch die Krankheiten. (Yin und Yang und so…)
Die Zitate habe ich sinngemäss wiedergegeben und teilweise vom Wortlaut her leicht “verfälscht”, darum hier alle PDF’s komplett: